Arthrose der Fingergelenke: Beweglich bleiben

Nicht nur große Gelenke wie die Hüfte und das Knie können von Gelenkverschleiß (Arthrose) betroffen sein. Sehr häufig kommt Arthrose auch in den Fingergelenken vor.

Es beginnt mit Schwellungen und kleinen Knötchen, die zunächst noch nicht schmerzen. Mit der Zeit treten Entzündungen und Bewegungseinschränkungen auf. Die Gelenke schmerzen zuerst nur bei bestimmten Bewegungen, später auch in Ruhe. Im fortgeschrittenen Stadium verliert die Hand an Kraft: Das Öffnen von Schraubverschlüssen wird schwierig. Typisch sind auch Beschwerden beim Drehen eines Schlüssels im Schloss.

Der Arthrose-Schmerz entsteht durch die Abnützung des Gelenkknorpels, der die freien Knochenenden schützt. Das Gewebe schwillt an und entzündet sich. Bei fortgeschrittener Arthrose sind im Röntgenbild bereits Veränderungen am Knochenrand sichtbar.

Je nachdem, welche Fingergelenke betroffen sind, haben die Arthrosen der Hand verschiedene Namen:

  • Rhizarthrose: Arthrose im Daumen-Sattelgelenk
  • Heberden-Arthrose: Arthrose in den Finger-Endgelenken
  • Bouchard-Arthrose: Arthrose in den Finger-Mittelgelenken

Entzündung beseitigen

Wenn sich ein abgenutztes Gelenk entzündet (aktivierte Arthrose), wird der Knorpelabbau noch beschleunigt. Entzündete Gelenke sollten daher so rasch wie möglich beruhigt werden. Das geschieht mit kurzfristiger Ruhigstellung (Schienen, Tape- Verbände) und entzündungshemmenden Medikamenten und Infiltrationen, die zugleich auch schmerzstillend wirken. Der Sanitätsfachhandel bietet zahlreiche Hilfsmittel für den Alltag an: Auswringhilfen, Schraubverschluss- und Dosenöffner, spezielle Wäscheklammern, Schlüsseldreh-Hilfen, Spielkarten- Halter und vieles mehr.

Regelmäßig bewegen

Wenn die Entzündung abgeklungen ist, ist es das wichtigste Ziel der weiteren Behandlung, die Beweglichkeit der Finger zu erhalten. Neben speziellen Übungen, die Ihnen ein Ergotherapeut oder ein Physiotherapeut zeigt, können Sie auch selbst dazu beitragen, Ihre Finger möglichst lange beweglich zu halten. Machen Sie immer wieder sanfte Kräftigungsübungen, z. B. einen weichen Ball zusammendrücken und wieder loslassen, „Luft-Klavierspielen“ etc. Auch Fingerübungen in warmem Sand oder unter Wasser (z. B. einen Schwamm zusammendrücken) tun den Händen gut. Vermeiden Sie aber Aus wring-Bewegungen und schwere Lasten. Verwenden Sie für alle manuellen Tätigkeiten möglichst große Werkzeuge: Je weiter die Hand beim Arbeiten geöffnet bleibt, umso geringer ist die Last auf die Fingergelenksknorpel.

Operationen

Ob bei einer Fingerarthrose operiert wird und mit welcher Methode, hängt von vielen Faktoren ab: vom Alter, dem Anspruch des Patienten, den Belastungen in Beruf und Alltag und vom Stadium der Arthrose. Während im frühen Stadium eine Band- Rekonstruktion zur Stabilisierung noch möglich ist, werden bei fortgeschrittener Arthrose meist Teile des Gelenks entfernt und durch eine Prothese, ein Stück Sehne oder eine spezielle Bandplastik ersetzt. Auch eine Versteifung des Gelenks kommt in manchen Fällen als Therapie infrage. Nach einer solchen Operation muss das Gelenk bis zu 6 Wochen in Gips oder einer Schiene ruhiggestellt werden.