Arthrose: Schmerzfreiheit schafft Bewegungsspielraum

Die Abnützung eines Knorpels ist nicht mehr rückgängig zu machen. Aber man kann die Entzündung in einem gereizten Gelenk behandeln und dadurch die Schmerzen verringern. Sind die Zerstörungen zu groß und die Schmerzen unerträglich, bleibt nur noch der künstliche Ersatz des Gelenks.

Bei der Arthrosetherapie – egal, welches Gelenk betroffen ist – geht es darum, die Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Mithilfe der verschiedenen Therapien sollen die Belastbarkeit und die Beweglichkeit des Gelenks noch für möglichst lange Zeit erhalten werden (= konservative Therapie).

Orthopädische Hilfsmittel

Bei manchen Patienten wird es notwendig, die mechanischen Ursachen von Arthrosen auszuschalten. Das muss nicht immer eine Operation bedeuten, sondern kann vom Facharzt für Orthopädie durchaus mit einfachen Mitteln erreicht werden. Orthopädische Schuhe, Einlagen und Bandagen oder Schienen können den Druck auf Gelenke abfangen. Es gibt auch Hilfsmittel für den Alltag, z.B. Dosen- und Flaschenöffner, Anziehhilfen für Strümpfe, Schreibstifte und sogar gelenkschonende Gartenscheren. Fragen Sie Ihren Arzt oder im Fachhandel für Orthopädietechnik und Sanitätsbedarf!

Physio- und Ergotherapie

Physiotherapie mit Bewegungstraining ist ein wichtiger Bestandteil der Arthrosebehandlung. Ausgebildete Physiotherapeuten zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Muskeln stärken, ohne dem Gelenk zu schaden. Zusätzlich verschaffen Massagen, Wärme-, Kälte- oder Elektrotherapien häufig Schmerzlinderung und lockern die Muskulatur. In der Ergotherapie trainieren Sie Bewegungen, die Sie im Alltag brauchen, und lernen, wie Sie Hilfsmittel benutzen können.

Medikamentöse Therapie

Schmerzstillende Salben, Sprays, Pflaster oder Tabletten wirken oft auch entzündungshemmend und werden daher vor allem bei akuten Beschwerden (aktivierte Arthrose) verordnet.
Ob sogenannte Knorpelaufbaupräparate oder andere Nahrungsmittelergänzungen, z.B. Weihrauch, Kurkuma, Weidenrinde, Teufelskralle etc., helfen können, ist wissenschaftlich umstritten. Derzeit scheinen sie nicht in der Lage zu sein, den Knorpel wieder aufzubauen. Aber immerhin können sie offenbar helfen, den Reizzustand in akut schmerzenden Gelenken zu mindern.
Außerdem stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die direkt in das betroffene Gelenk gespritzt werden. Kortison wird gezielt bei akut entzündeten Arthrose-Gelenken kurzfristig eingesetzt. Hyaluronsäure- Spritzen wirken ebenso reizhemmend. In letzter Zeit wird auch Plasma aus Eigenblut als Injektionstherapie angeboten: Die darin enthaltenen Wachstumsfaktoren sollen eine positive Wirkung im Arthrose-Gelenk entfalten.

Operative Therapien

In frühen Anfangsstadien der Arthrose kann in manchen Fällen eine Geradstellungsoperation oder eine Knorpeltransplantation helfen. In der Regel erfolgt eine operative Behandlung aber erst im Endstadium der Arthrose. Meist erhält der Patient entweder einen künstlichen Gelenkersatz (= Endoprothese) oder das Gelenk wird operativ versteift (= Arthrodese). Eine Knorpelglättung im Rahmen einer Gelenksspiegelung (= Arthroskopie) wird nur mehr selten durchgeführt.