Auf die Füße: Abmarsch in den aufrechten Gang

Fußfehlstellungen sind meist ungefährlich. Trotzdem sollten sie frühzeitig behandelt werden, damit es nicht durch falsche Belastung zu Schäden an anderen Gelenken kommt. Oft genügen Muskelübungen, um die Füße wieder „in Form“ zu bringen.

Die Füße sind im wörtlichen Sinn die Basis für eine aufrechte Haltung. Fußfehlstellungen führen zu Fehlbelastungen, die im Lauf des Lebens negative Auswirkungen auf den gesamten Körper haben können. Durch den Platzmangel im Mutterleib am Ende einer Schwangerschaft kommt es häufig vor, dass sich die Füßchen des ungeborenen Kindes nicht richtig entwickeln. Die Ärzte unterscheiden Sichel-, Klump-, Spitz- und Hackenfüße. Andere Fußfehlstellungen treten erst im Lauf des Lebens auf, zum Beispiel Platt-, Knick- Senk- und Spreizfüße.

Viele kindliche Fußfehlstellungen „verschwinden“ von selbst. Dennoch sollte ein Facharzt für Orthopädie die Füße Ihres Kindes und das Gangbild regelmäßig (ein- bis zweimal pro Jahr) begutachten. Denn es gibt auch Fehlstellungen, die behandelt werden müssen, damit nicht Schäden an anderen Gelenken, etwa an Hüften, Knien und Wirbelsäule, entstehen.

Fußübungen für Jung und Alt

Kinder wie Erwachsene sollten so viel wie möglich barfuß gehen – und das auf natürlichen Böden in freier Natur. In der heutigen Zeit gibt es dafür leider sehr wenig Gelegenheit: Wir verbringen die meiste Zeit in Schuhen auf flachem, hartem Untergrund. Zum Ausgleich tut es den Füßen gut, wenn man die Fußmuskeln mit einfachen Übungen fit hält. Bei Kindern kann ein regelmäßiges kleines Fußtraining die Entwicklung von Knick-, Senk- und Plattfüßen verhindern. An einem starren Übungsprogramm verlieren Kinder aber schnell die Lust. Versuchen Sie daher, das Spielerische in den Vordergrund zu stellen: Kleine Aufgaben, wie zum Beispiel Gegenstände mit den Zehen vom Boden aufzuheben oder eine am Boden liegende Decke mit den Füßen zusammenzurollen, machen Spaß und trainieren die Fußmuskeln ganz nebenbei. Wichtig ist die Abwechslung: Lassen Sie sich neue Übungen einfallen und spielen Sie mit – es wird auch Ihren Füßen guttun!

Einlagen & Co.

Je nach Ausprägung und Schweregrad werden Fehlstellungen der Füße mit Bewegungsübungen, Einlagen, Schienen oder Spezialschuhen behandelt. Seltener ist ein Gips oder eine Operation nötig. Einlagen sollten immer mit dem Facharzt für Orthopädie besprochen und von einem Orthopädietechniker angepasst werden.