Endoprothesen-Infektion: Lebenslang wachsam sein

Infektionen rund um ein künstliches Gelenk sind zwar äußerst selten, können aber schwerwiegende Folgen haben. Ein Risiko besteht auch noch Jahrzehnte nach der Operation. Implantatträger sollten deshalb besonders auf ihre Gesundheit achten.

Hüft-, Knie- und andere Gelenkprothesen gelten heutzutage als sichere und höchst erfolgreiche Maßnahmen zur Wiederherstellung von Schmerzfreiheit und Mobilität. Zu einer Infektion rund um das Implantat (= periprothetische Infektion) kommt es glücklicherweise sehr selten. Aber wenn doch, ist eine solche Infektion schwer zu eliminieren. Träger von Gelenkprothesen sollten deshalb jede Infektion und Entzündung ernst nehmen und sich im Zweifelsfall ärztlich beraten lassen.
Die Besiedelung des Implantats mit schädlichen Bakterien kann nicht nur unmittelbar nach der Operation, sondern auch noch Jahre später auftreten. Über die Blutbahn können Krankheitserreger aus entfernten Körperteilen zum Knie- oder Hüftgelenk wandern und sich dort auf der Oberfläche des Implantats niederlassen und vermehren. Mögliche Auslöser solcher gestreuten Infektionen sind zum Beispiel eine Blasen- oder eine Lungenentzündung oder ein eitriger Zahn. Aber auch kleine Verletzungen, die zum Beispiel beim Nägelschneiden, bei der Gartenarbeit, beim Heimwerken oder beim Spiel mit dem Haustier passieren, können für Menschen mit Endoprothesen gefährlich werden, wenn sie nicht fachgerecht desinfiziert und versorgt werden.
Die Oberfläche von Kunstgelenken bietet Krankheitskeimen eine geschützte Atmosphäre, denn die normalen Abwehrkräfte des Immunsystems funktionieren auf einem unbelebten Fremdkörper aus Metall oder Kunststoff nicht gut. Bakterien, die in der Blutbahn kreisen, lassen sich dort gern nieder. Wenn sie sich vermehren, entzündet sich das Gewebe rund um die Endoprothese. Schmerzen entstehen, das künstliche Gelenk kann sich lockern und muss im schlimmsten Fall ausgetauscht werden.
Die Behandlung eines Protheseninfektes ist umso einfacher und erfolgreicher, je früher sie beginnt. Wenn Sie also Beschwerden wie Rötung, Schwellung oder neuartige Schmerzen im Bereich des künstlichen Gelenks bemerken, sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren.