Fingerarthrose: Bewegungsübungen verhindern Gelenksteife

Ab einem Alter von 50 Jahren ist Arthrose in den Fingergelenken sehr häufig – besonders bei Frauen. Auch wenn es sich dabei um eine altersbedingte Abnutzungserscheinung handelt, muss man steife, schmerzende Finger nicht tatenlos hinnehmen. Es gibt wirksame Behandlungsmethoden.  

Die Fingerarthrose ist stark verbreitet: Frauen trifft sie 9-mal häufiger als Männer. Wenn mehrere Gelenke betroffen sind, spricht man von Fingerpolyarthrose (griechisch „poly“ = viele).

Grundsätzlich kann jedes der vielen Fingergelenke arthrotisch werden, am häufigsten tritt die Fingerarthrose aber im Daumensattelgelenk (Rhizarthrose), in den mittleren Gelenken der Finger (Bouchard-Arthrose) und in den Finger-Endgelenken (Heberden-Arthrose) auf.

Meist beginnen die Beschwerden nach längerer Ruhe: Ein oder mehrere Fingergelenke sind geschwollen und schmerzen beim Bewegen und Greifen. Bei manchen Menschen bilden sich zuerst schmerzlose knotige Verdickungen. Wird die Fingerarthrose nicht behandelt, können die Gelenke mit der Zeit vollkommen steif werden. Die Ursache für die Erkrankung ist eine Abnutzung der Gelenke. Diese kann man zwar nicht rückgängig machen, aber man kann das Fortschreiten der Gelenkszerstörung aufhalten.

Schon bei den ersten Anzeichen sollten täglich Bewegungsübungen gemacht werden: sanfte Kräftigungsübungen, wie z. B. einen weichen Ball langsam zusammendrücken und wieder loslassen, „Klavierspielen in der Luft“ etc.

Therapie mit Temperatur

Beim rein verschleißbedingten Schmerz („kaltes Gelenk“) wirkt Wärme in Form von Wasser oder warmem Sand wohltuend – am besten die Finger in der Wärme vorsichtig bewegen. Bei akuter Entzündung („warmes Gelenk“) helfen kühlende Umschläge und Eisbäder, damit die Schwellung zurückgeht. Entzündungshemmende Medikamente und Infiltrationen wirken zugleich auch schmerzstillend. Auch eine Ruhigstellung mit Schienen oder Tape-Verbänden entlastet das Gelenk vorübergehend. Nach Abklingen der Entzündung sollte man aber bald wieder mit Bewegungsübungen beginnen.

Wenn alle diese Anwendungen nicht mehr weiterhelfen und die Unbeweglichkeit der Finger die Alltagsaktivitäten stark einschränkt, kann eine Operation in Betracht gezogen werden.