Fußball: Kopf in Gefahr

Fußball zählt zu den gefährlichsten Sportarten für das menschliche Gehirn. Wiederholte Kopfbälle und Zusammenstöße zwischen Spielern können sogar bleibende Schäden hinterlassen.

Profi- und Amateurfußballspieler leiden häufiger als andere Sportler unter starken, Migräne-ähnlichen Kopfschmerzen, die manchmal auch noch viele Jahre nach dem aktiven Sport auftreten. Die Ursache ist aber keine Migräne, sondern eine sogenannte „chronischtraumatische Enzephalopathie“, das ist eine Hirnschädigung durch wiederholte Erschütterungen. Bei Boxern ist diese Erkrankung schon länger bekannt, anderen Sportlern ist aber oft nicht bewusst, woher ihre Beschwerden rühren. Häufig glauben sie, an Migräne zu leiden.

Beim Fußball ist es nicht nur intensives Kopfball-Training, das dem Gehirn schaden kann, sondern vor allem der Kampf um den Ballbesitz: Wenn ein Spielerkopf mit hohem Tempo auf Kopf, Ellbogen oder Knie eines Gegenspielers trifft, kann es zu einer Gehirnerschütterung kommen, die im sportlichen Eifer oft unterschätzt wird. Nach einem solchen Unfall sollte man auf keinen Fall weiterspielen, sondern unter ärztlicher Beobachtung die nötige Ruhe einhalten. Auch wenn keine weiteren Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder Benommenheit auftreten, kann es sich dennoch um eine leichte Gehirnerschütterung handeln.

Spielt man mit einer Gehirnerschütterung weiter, riskiert man weitere Verletzungen und bleibende Schäden, wie z. B. eine chronisch-traumatische Enzephalopathie. Die Symptome dieser Hirnschädigung treten manchmal erst 10 bis 20 Jahre später auf: starke Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Verwirrung und Stimmungsschwankungen. Gefährdet sind nicht nur Fußballer, sondern alle Kampf- und Kontaktsportler. Beim Fußball kommt aber erschwerend hinzu, dass der Kopf als ballspielender Körperteil benutzt wird und normalerweise kein Helm getragen wird.

Die Summe aus häufigem Kopfballspiel und wiederholten Gehirnerschütterungen durch Zusammenstöße erhöht über die Jahre das Risiko für dauerhafte Schäden.

Wichtig: nach einem Kopf-Zusammenprall nicht weiterspielen!