Ganz ohne: Wie gesund ist Barfußlaufen?

So viel wie möglich barfuß zu gehen wird oft empfohlen, besonders für Kinder. Es werden sogar „Barfußschuhe“ verkauft, die das Laufen ohne Schuhe imitieren sollen. In einer wissenschaftlichen Studie wurde untersucht, welche langfristigen Auswirkungen das barfüßige Gehen auf die Fußentwicklung von Kindern und Jugendlichen hat.

Deutsche Sportmediziner haben die erste große Studie zu den längerfristigen Effekten von Barfußlaufen durchgeführt. Der objektive Vergleich mit schuhtragenden Kindern war nicht einfach, da es praktisch nicht möglich war, deutschen Kindern für einen gewissen Zeitraum komplett „die Schuhe wegzunehmen“. Deshalb verglichen die Wissenschaftler Kinder aus Deutschland mit Kindern aus Stellenbosch in der Provinz Westkap in Südafrika. Denn dort laufen alle Kinder meist barfuß, unabhängig davon, ob sie aus armen oder wohlhabenden Familien kommen. Insgesamt wurden über 1000 Kinder und Jugendliche in beiden Ländern untersucht. Es wurde analysiert, welche Veränderungen das Gehen ohne Schuhe auf die Füße, auf den Gang und auf die körperliche Leistungsfähigkeit hat. Dafür wurden exakt die gleichen Messmethoden genutzt. Die Ergebnisse zeigten tatsächlich vielfache Unterschiede zwischen den deutschen und den südafrikanischen Kindern: Mehrheitlich barfuß laufende Kinder hatten durchschnittlich besser ausgeprägte Fußgewölbe, während die „Schuhkinder“ zu Plattfüßen neigten. Die Kinder und Jugendlichen aus Südafrika treten eher auf der Ferse auf, während die Kinder in Deutschland eher den Vorfuß belasten. Die „Barfußkinder“ konnten besser balancieren und waren auch besser im Standweitsprung als ihre deutschen Altersgenossen.

Das regelmäßige Tragen von Schuhen scheint also schon frühzeitig einen schlechten Einfluss auf die Fußentwicklung und auf die Bewegungsfähigkeiten zu haben. Der Rat, Kinder möglichst viel barfuß laufen zu lassen, ist daher richtig. Allerdings muss das Gelände dafür geeignet sein, damit sich die Kinder nicht verletzen.

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