Gelenksschmerz: Arthrose, Rheuma oder Gicht?

Wenn ein Gelenk schmerzt, kann das verschiedene Gründe haben. Um die richtige Behandlung einleiten zu können, muss Ihr Arzt zuerst die Diagnose stellen. Dazu sind eventuell Blut- oder Röntgenuntersuchungen notwendig. Die im Folgenden beschriebenen Erkrankungen sind die häufigsten Ursachen für Gelenksschmerzen.

Arthrose

Unter Arthrose versteht man eine Abnützung des Knorpels im Gelenk. Der Knorpel überzieht unsere Knochen im Bereich von Gelenken, um ein reibungsloses Bewegen zu ermöglichen. Je nach Belastung schwindet die Knorpelsubstanz in den Gelenken altersbedingt. Verletzungen, Fehlstellungen und Fehlbelastungen können diesen Vorgang beschleunigen. Wenn der Knorpel zu stark geschädigt ist, kommt es durch Reibung zu Entzündungen und Schmerzen. Am häufigsten betroffen sind Knie, Hüfte und Finger. Prinzipiell kann aber jedes Gelenk an Arthrose erkranken. Wenn mehrere Gelenke betroffen sind, spricht man von Polyarthrose.

Typisch für eine Arthrose sind „Anlaufschmerzen“, z.B. beim Aufstehen aus dem Bett oder dem Sessel oder beim Aussteigen aus dem Auto. In späteren Stadien wird der Schmerz bei Belastung, zum Beispiel nach längerem Gehen, stärker. Bei stark fortgeschrittener Arthrose schmerzt das Gelenk auch in Ruhe.

Arthritis

Von Arthritis spricht man, wenn ein Gelenk entzündet ist. Das kann durch eine Infektion verursacht sein oder durch Erkrankungen wie Rheuma (rheumatoide Arthritis) und Gicht. Wenn abgenutzte Gelenke sich durch die Reibung entzünden (reaktive Arthrose), wird aus der Arthrose vorübergehend eine Arthritis (Osteoarthritis). Polyarthritis bedeutet, dass mehrere Gelenke entzündet sind.

Rheuma

Unter dem Begriff „Rheuma“ werden viele verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die Schmerzen und Schädigungen am Bewegungsapparat auslösen.
Es gibt eine Reihe von entzündlich- rheumatischen Erkrankungen. Sie werden durch eine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems verursacht: Die Immunzellen greifen den eigenen Körper an (Autoimmunerkrankungen).
Die häufigste entzündlichrheumatische Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis; bei dieser richten sich die Immunzellen gegen die Innenhaut der Gelenkskapsel, was zu Schwellungen und Schmerzen führt. Andere rheumatische Erkrankungen sind zum Beispiel Morbus Bechterew, Psoriasisarthritis und Lupus. Wenn Immunzellen das Bindegewebe angreifen, spricht man von Kollagenosen.

Gicht

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch erhöhte Harnsäure-Konzentration im Blut (Hyperurikämie) entsteht. Es bilden sich Harnsäure- Kristalle, die sich in kleinen Gelenken ablagern und dort heftige Schmerzen verursachen (akuter Gichtanfall).

Osteoporose

Osteoporose wird auch als Knochenschwund bezeichnet. Der Knochen wird dabei aber nicht kleiner oder dünner, sondern seine Dichte wird geringer. Er wird porös und bricht dadurch leichter. So können beispielsweise Wirbelkörper der Brust- und Lendenwirbelsäule in sich zusammenbrechen. Auch Brüche am Oberschenkel, Oberarm oder Unterarm nach leichten Stürzen (Bagatelltrauma) sind verdächtig. Osteoporose bleibt oft über lange Zeit unbemerkt, da sie sich nur sehr langsam entwickelt und vorerst keine Schmerzen verursacht.