Hyperurikämie: Vorbote der Gicht

Ein erhöhter Harnsäure-Spiegel sollte unbedingt behandelt werden, um Gichtanfälle und Nierenschäden zu vermeiden.

Hyperurikämie ist der medizinische Fachbegriff für einen erhöhten Harnsäure- Spiegel im Blut. Dieser verursacht oft jahrelang keine Symptome. Erst wenn die Harnsäure auskristallisiert und sich die Kristalle in einem Gelenk ablagern, kommt es zu den typischen heftigen Schmerzen.

Nicht nur eine Gelenkerkrankung

Zwischen den schmerzhaften Gichtattacken verursacht die Hyperurikämie oft keine Beschwerden. Dennoch sollte der Harnsäure-Spiegel kontrolliert und niedrig gehalten werden: mit bewusster Ernährung und nötigenfalls auch Harnsäure-senkenden Medikamenten. Denn Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung. Das heißt, sie betrifft den ganzen Körper. Wenn auch die Schmerzen vorerst nur in den Gelenken auftreten, werden durch die erhöhten Harnsäure-Spiegel auf Dauer die inneren Organe, vor allem die Niere und das Herz, geschädigt. Der Harnsäure- Wert sollte immer unter 6mg/dl gehalten werden.

Therapie

Ein akuter Gichtanfall wird mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Anschließend muss der Harnsäure- Spiegel gesenkt werden, um weitere Schäden zu verhindern. Zur Therapie gehört eine Ernährungsumstellung (siehe Seite 6). Bewegung, Vitamin C und Reduktion von Übergewicht sind ebenfalls wichtige Maßnahmen bei Gicht.
Wenn diese Lebensstiländerungen nicht ausreichen, um den Harnsäure-Wert in den Zielbereich zu bringen, wird Ihnen Ihr Arzt Harnsäuresenkende Medikamente verschreiben, sogenannte Urikostatika oder Urikosurika. Bei Diabetikern sollte außerdem der Blutzucker gut eingestellt sein, denn ein zu hoher Blutzucker kann die Wirkung bestimmter Gichtmedikamente herabsetzen.

Vitamin C

Wer an Gicht leidet oder einen erhöhten Harnsäure- Spiegel hat, sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C achten, denn Vitamin C fördert die Ausscheidung von Harnsäure. Ärzte empfehlen die Zufuhr von 100mg pro Tag. Vor zu hohen Dosierungen (mehr als 1g pro Tag) wird gewarnt, denn sie können über einen längeren Zeitraum zur Bildung von Nierensteinen führen.