Kalkschulter: Mit Schall entdeckt und behandelt

Wenn die Schulter in der Nacht schmerzt oder Haare kämmen nahezu unmöglich erscheint, dann kann eine Kalkschulter die Ursache sein. Ultraschall wird zur Diagnose und zur Therapie eingesetzt.

Bei der sogenannten Kalkschulter (medizinischer Fachbegriff: Tendinitis calcarea) bilden sich Kalkansammlungen am Ansatz der Supraspinatus-Sehne zwischen Oberarmknochen und Schulterdach. Kleinere Ablagerungen spürt man nicht, aber wenn sie größer werden, wird das Heben des Arms schmerzhaft. Typisch ist auch der nächtliche Schmerz beim Liegen auf der Schulter.
Die Ursache der Verkalkung ist eine Überbelastung der Sehne durch ständige Reizung. Das kann durch Sport oder Arbeit geschehen oder wenn die Sehne nicht gut durchblutet wird. Die gereizte Sehne entzündet und verhärtet sich. Auch eine Einengung im Schultergelenk (Impingement) kann zu einer Kalkschulter führen.

Ultraschall zur Diagnose

Im Röntgen und im Ultraschall sind die Kalkherde gut sichtbar. Diese Untersuchungen werden daher meist durchgeführt, um andere Schmerzursachen – wie Arthrose oder einen Sehnenriss – auszuschließen.

Wie wird behandelt?

Um die Durchblutung der Sehne zu verbessern, ist die Bewegung der Schulter ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. In der physiotherapeutischen Behandlung werden dafür ganz bestimmte Dehnübungen durchgeführt, um den Druck von der Schulter zu nehmen. Zusätzlich werden schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente verordnet. Hilfreich sind entzündungshemmende Injektionen in den benachbarten Schulterschleimbeutel. Gute Erfolge werden auch mit der Stoßwellentherapie erzielt. In vielen Fällen lösen sich die Kalkansammlungen auf diese Weise wieder auf. Nur bei sehr großen Kalkablagerungen oder wenn die Beschwerden trotz Behandlung nach Monaten nicht besser werden, kann eine Operation notwendig sein. Diese wird meist „Schlüsselloch-chirurgisch“, d. h. mit einem kleinen Einschnitt, durchgeführt.

Wie wirkt die Stoßwellentherapie?

Bei der „fokussierten extrakorporalen Stoßwellentherapie“ (ESWT) werden sehr starke, aber kurze Druckwellen- Impulse in einem Therapie- Gerät erzeugt. Der Schallkopf wird während der Behandlung auf die Haut aufgesetzt, die Druckwellen werden innerhalb des Körpers wirksam. „Fokussiert“ bedeutet, dass die Stoßwelle gezielt auf den Krankheitsherd gerichtet wird, in diesem Fall auf die Verkalkung in der Sehne. Das Gewebe rund um die Kalkansammlung wird geschont.
Durch die ESWT werden die Kalkablagerungen in der Schulter nicht etwa „zertrümmert“, wie man vielleicht glauben könnte. Vielmehr fördert die Stoßwelle den Selbstheilungsprozess des Körpers: Das Gewebe wird besser durchblutet und die Zellen werden angeregt, den Kalk selbst abzubauen. Eine solche Behandlung dauert etwa 10 Minuten. Meistens wird sie zwei- bis dreimal hintereinander im Abstand von je einer Woche angewendet.

WUSSTEN SIE SCHON?

Die Stoßwellentherapie ist nicht nur bei der Kalkschulter erfolgreich, sondern auch bei Tennisellbogen, Fersensporn, schlecht heilenden Knochenbrüchen und vielen weiteren orthopädischen Beschwerden.