Kniescheibenspitzen-Syndrom: Das „Springerknie“

Wenn beim Laufen das untere Ende der Kniescheibe schmerzt, dann ist häufig ein Patellaspitzen-Syndrom die Ursache.

Die Kniescheibe (= Patella) ist ein Knochen, der vor dem Kniegelenk liegt und in die Sehne des Oberschenkelmuskels (= Quadrizeps) eingebettet ist. Sie schützt das Kniegelenk und überträgt bei der Kniestreckung die Kraft des Quadrizeps auf den Unterschenkel.
Zu starke oder zu lange Belastung des Kniegelenks kann zum sogenannten Kniescheibenspitzen- oder Patellaspitzen- Syndrom führen. Es treten dabei Schmerzen am Knochen-Sehnen-Übergang der Kniescheibenspitze auf. Häufig betroffen sind Sportler, die viel springen, wie Volleyballer, Basketballer und Leichtathleten. Deshalb wird auch oft der Begriff „jumpersʼ knee“ oder „Springerknie“ dafür verwendet. Es können aber auch Radfahrer und Gewichtheber daran leiden. Laufen auf hartem Untergrund kann ebenfalls die Kniescheibenstrecker so überlasten, dass sich der Rand der Kniescheibe entzündet und Schmerzen verursacht.
Die Therapie besteht aus Belastungsreduktion (Trainingswechsel oder -pause, Anpassung der Sportausrüstung), Bandagen, Krankengymnastik, gezielten Kräftigungsübungen (exzentrisches Training) und eventuell Schmerzmedikamenten. Auch Infiltrationen, Stoßwellen-, Elektro- oder Ultraschalltherapie zeigen Wirkung. Nur wenn diese Maßnahmen versagen, wird ein „Springerknie“ operiert. Gutes Aufwärmen vor dem Laufen und Dehnen der Oberschenkelmuskeln nach dem Sport sind vorbeugende Maßnahmen, um ein Patellaspitzen- Syndrom zu vermeiden. Für Sportler, insbesondere Kinder und Jugendliche, wird außerdem ein gezieltes Beinachsen-Training empfohlen, um das Knie im Sport nicht zu überlasten.