Konservative Orthopädie: Schmerzen lindern und verhindern

Der Ausdruck „konservativ“ stammt aus dem Lateinischen. „Conservare“ bedeutet „bewahren“. In der Medizin werden alle Therapien, die keinen chirurgischen Eingriff erfordern, als konservative Therapien bezeichnet. Das sind also medikamentöse und physikalische Maßnahmen, die gegen Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt werden.

In der Ergotherapie erlernen Sie Bewegungsabläufe für den Alltag, an Ihre Beschwerden angepasst.

In der Orthopädie gibt es sehr viele Möglichkeiten, ohne Operation zu behandeln. Die Ziele der konservativen Orthopädie sind in erster Linie, Schmerzen zu lindern und die normale Funktion des betroffenen Körperteils wiederherzustellen. Um „Rückfälle“ zu verhindern und allzu rasche Abnützungsprozesse (Degenerationen) zu bremsen, wird in weiterer Folge gezielt an der Verbesserung von Kraft und Koordination gearbeitet.
Für Beschwerden am Bewegungsapparat reichen die konservativen Behandlungsmöglichkeiten von orthopädischen Hilfsmitteln (Einlagen, Schienen, Stützverbände, Mieder usw.) über Manualtherapie (Chiropraktik), Physiotherapie und Ergotherapie bis hin zu Medikamenten, die als Tabletten, Injektion oder Infiltration verabreicht werden.
Die physikalische Therapie umfasst Massagen sowie die Anwendung von Kälte, Wärme, Ultraschall, elektrischem Strom und vieles mehr. Heilgymnastik und Bewegungstherapie mit Anleitung zu selbstständigen Übungen spielen in der konservativen Orthopädie eine besonders wichtige Rolle. In der Ergotherapie lernen Sie, wie Sie Bewegungen im Alltag (Haushalt, Beruf und Freizeit) leichter und schonender ausführen können.

Manuelle Therapie löst Verspannungen und Blockaden.

Medikamentöse Therapie

Medikamente werden in der konservativen Therapie vor allem eingesetzt, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern, damit Bewegung wieder möglich wird und eine Bewegungstherapie begonnen werden kann. Schmerzmittel werden in verschiedene Gruppen eingeteilt: Einfache Analgetika „betäuben“ den Schmerz, z. B. Paracetamol.
Die sogenannten „nichtsteroidalen Antirheumatika“, abgekürzt NSAR, wirken nicht nur schmerzlindernd (analgetisch), sondern gleichzeitig auch entzündungshemmend (antiphlogistisch), z. B. Diclofenac und Ibuprofen. Sogenannte Relaxanzien wirken krampflösend und lösen Muskelverspannungen, z. B. Baclofen.
Manche Schmerzmedikamente enthalten auch mehrere dieser Wirkstoffe (= Kombinationspräparate).
Bei Schmerzen und Entzündungen von Gelenken und an der Wirbelsäule werden schmerzstillende und entzündungshemmende Substanzen häufig direkt an den Schmerzort injiziert. Die abschwellende Wirkung der Medikamente kann das Gelenk oft rasch vom Schmerz befreien.

MEDIZINISCHE FACHBEGRIFFE

Orthese = äußerlich zu tragendes Hilfsmittel, z. B.: Bandagen, Schienen, Mieder etc.

Nichtsteroidal = ohne Steroide, das heißt: ohne Kortison