Krafttraining: Starke Muskeln – langes Leben

Wissenschaftliche Studien belegen den Zusammenhang von Muskelkraft und Lebenserwartung. Wer trainiert, lebt länger. Das gilt auch für kranke Menschen.

Je älter man wird, desto schneller baut sich Muskelmasse bei Untätigkeit ab. Besonders im Alter ist es daher wichtig, in Bewegung zu bleiben und konsequent zu trainieren. Eine gut trainierte Muskulatur fördert das Wohlbefinden, erleichtert die Bewältigung des Alltags und hilft, Stürze zu vermeiden. Nun hat eine große Studie gezeigt, dass Muskelkraft das Leben verlängert – auch dann, wenn man an einer schweren Krankheit leidet.*

So wichtig wie Medikamente

Bei fast 40 000 Patienten wurde beobachtet, welche Auswirkungen die Muskelkraft auf die Sterblichkeit hat. Es zeigte sich, dass schlechte muskuläre Fitness die Wahrscheinlichkeit für einen früheren Tod erhöht. Menschen mit hoher Muskelkraft haben dagegen bessere Chancen für ein langes Leben. Vor allem bei chronischen Erkrankungen – wie Krebs, schweren Nieren-, Lungenoder Herzerkrankungen – wirkt sich ein Muskelschwund negativ auf den Krankheitsverlauf aus: Die betroffenen Menschen werden früher pflegebedürftig.

Muskelmasse erhalten

Ein rechtzeitiges und gezieltes Krafttraining wirkt dem Verlust an Muskelmasse entgegen und ist bei vielen Krankheiten ähnlich wichtig wie die medikamentöse Behandlung: Man fühlt sich leistungsfähiger und viele Symptome der Erkrankung lassen sich damit bessern. Experten meinen, dass man in fast jeder Krankheitssituation von einem therapiebegleitenden Training profitieren kann.

* Carmen J et al.: Association between muscular strength and mortality in clinical populations: a systematic review and meta-analysis. JAMDA 2019; 20: 1213-23. doi: 10.1016/j.jamda. 2019.05.015