Kreuzbandriss: Moderne Behandlungsmethoden

Die Behandlung eines Kreuzbandrisses richtet sich nach den Anforderungen des Patienten. Für körperlich aktive Menschen wird die operative Versorgung heute der konservativen Therapie vorgezogen.

Ein Riss (= Ruptur) des vorderen Kreuzbandes im Kniegelenk ist eine der häufigsten Verletzungen. Häufig passiert es beim Sport, vor allem beim Fußball und Schifahren, beim Landen nach Sprüngen oder wenn der Fuß hängen bleibt und das Knie seitlich verdreht wird.
Unmittelbar nach der Verletzung schwillt das Knie an und schmerzt stark. Nach einiger Zeit lässt der Schmerz nach. Was bleibt, ist eine Instabilität des Knies, sodass es leicht wieder zu Verletzungen kommen kann, vor allem, wenn das Band nicht nur eingerissen, sondern komplett durchgerissen ist.

Risiko für Langzeitschäden am Knie

Ob eine Operation notwendig ist oder nur eine Ruhigstellung mit anschließender Physiotherapie, um die Muskulatur zu kräftigen, richtet sich einerseits nach der Schwere der Verletzung, an dererseits nach den Ansprüchen des Verletzten. Bei sportlich aktiven Menschen wird zu einer raschen Operation geraten, denn je früher operiert, desto besser ist das Langzeitergebnis.
Aber nicht nur bei Sportlern wird ein gerissenes Kreuzband heutzutage öfter operiert als früher. Denn eine chronische Instabilität des Knies birgt die Gefahr, dass das Gelenk im Lauf der Jahre weiter geschädigt wird, indem sich zum Beispiel eine Arthrose bildet. Außerdem gibt es verschiedene neue Operationsmethoden, die je nach Situation und den sportlichen und beruflichen Anforderungen des Patienten individuell angewandt werden können.
Das Ziel jeder Behandlung ist es immer, das Kniegelenk wieder stabil zu machen. Für die Wahl der passenden Therapie ist auch entscheidend, ob zusätzliche Schäden – etwa am Meniskus – vorliegen.

Verschiedene Operationsmethoden

Bei teilweisen oder sehr frischen Kreuzbandrissen ist es manchmal möglich, das Band zu reparieren, ohne einen Kreuzbandersatz zu verwenden (= Reinsertion).
Wenn das gerissene Band ersetzt werden muss, wird dafür am häufigsten ein Stück Sehne an einer anderen Stelle entnommen, meist am hinteren Oberschenkel (Semitendinosus-, Hamstring- oder Quadrizepssehne), wo der Verlust dieses Stückchens kaum Probleme bereitet.
Bei Ball-Sportlern wird gern die Kniescheibensehne (Patellarsehne) als Kreuzbandersatz genommen. Für Menschen, die viel knien müssen, ist diese Methode weniger gut geeignet.
In manchen Fällen, vor allem wenn das Kreuzband schon einmal operiert wurde, greift man auf fremde Spendersehnen zurück (= Allografts). Mit künstlichen Bändern hat man bisher nicht so gute Erfolge erzielt, weshalb diese Methode selten angewandt wird.

Nachbehandlung und Vorbeugung

Auch nach erfolgreicher Operation des Kreuzbandes ist es wichtig, die Muskeln rund um das Kniegelenk gut zu trainieren, um das Knie vor weiteren Verletzungen zu schützen. Nach etwa 6 Monaten können die meisten auch wieder mit dem Sport beginnen, den sie vor dem Kreuzbandriss ausgeübt haben.
Für Ball-Sportler und Schifahrer gibt es spezielle Übungen, die vorbeugend einen Kreuzbandriss verhindern können, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden, z. B. die Programme „FIFA 11+“ oder „Stop-X“(www.stop-x.de).