Multimodale Therapie: Dem Schmerz mit allen Mitteln begegnen

Es tut weh im Knie, in der Hüfte, im Rücken, im Nacken oder in der Schulter: Schmerzen am Bewegungsapparat zählen zu den häufigsten Ursachen für Krankenstände und Einschränkungen im Alltag.

Bei Schmerzen sollte natürlich zuerst die Ursache gefunden und behandelt werden. Aber auch der Schmerz selbst soll so rasch wie möglich gelindert werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass er chronisch wird. Die Orthopädie bietet dazu viele verschiedene Möglichkeiten – am besten wirken sie in Kombination. Moderne Schmerztherapie ist multimodal. Das heißt, dass verschiedene Behandlungsmethoden gleichzeitig angewendet werden, zum Beispiel Medikamente, Bewegungstherapie und psychologische Unterstützung.

Medikamente gegen Schmerz

Schmerzstillende Medikamente (Analgetika) gibt es in Form von Salben, Pflastern, Injektionen, Infusionen oder zum Einnehmen. Am häufigsten werden sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (abgekürzt: NSAR) verordnet. Sie wirken rasch schmerzlindernd, abschwellend und entzündungshemmend. Wenn man sie aber längere Zeit einnimmt, können sie Magen-Darm-Beschwerden verursachen und auf Dauer Leber und Nieren schädigen. Bei starken Schmerzen werden auch Opioide eingesetzt. Kortison hilft ebenfalls bei vielen Schmerzzuständen, weil es Entzündungen lindert. Mit Injektionen oder Infiltrationen kann ein Schmerzmedikament direkt am Ort des Geschehens appliziert werden.

Physikalische Medizin

Massage, Kälte- und Wärmebehandlungen, Unterwasser therapien, Heilgymnastik, Elektrotherapie und viele weitere Möglichkeiten der Physiotherapie können helfen, Blockaden zu lockern und Gelenke wieder beweglich zu machen.

Manuelle Medizin

Unter den Begriff „Manuelle Medizin“ oder auch „Manualtherapie“ fallen alle Behandlungen, die mit der Hand durchgeführt werden (lat. manus = die Hand). Funktionsstörungen und Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates können mit den Händen wirksam behandelt werden. Vor allem bei Rückenschmerzen, bei allen Schmerzen, die durch Haltungsschäden hervorgerufen werden, bei schmerzhaften Bewegungseinschränkungen, aber auch bei Taubheitsgefühl, Schlafstörungen, Schwindel sowie Seh- und Hörstörungen ist die Manualtherapie effektiv. Neben dem klassischen „Einrenken“ von Blockierungen werden auch sanfte Mobilisierungstechniken angewendet.

Infiltration

Mit Infiltrationen können schmerzende Körperstellen gezielt behandelt werden. Entzündungshemmende, abschwellende und schmerzstillende Medikamente werden z.B. in Gelenke, entzündete Sehnenansätze oder schmerzhafte Nervenwurzeln gespritzt.

Infusionen

Mit Infusionen werden Analgetika oder muskelentspannende Medikamente in die Blutbahn verabreicht. Sie wirken dadurch sehr schnell.

Nervenblockade für starke Schmerzen

Bei starken Rückenschmerzen durch Bandscheibenvorfälle, Wirbelgelenksarthrose oder Rückenmarkskanal-Verengungen kann mit einer Injektion ein Medikament punktgenau beim schmerzenden Nerv gespritzt werden. Der Arzt kontrolliert dabei im Röntgen die richtige Position der Nadel. Schmerzende Nerven können auch mit einer heißen Nadel verödet werden (Thermokoagulation).

Stoßwellentherapie

Die Stoßwellen-Therapie fördert die Durchblutung und beschleunigt Heilungsprozesse.

Bei vielen orthopädischen Problemen kann die Stoßwellentherapie helfen, z.B. bei Fersensporn, Tennisarm, Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen sowie bei Knochenbrüchen, die schlecht heilen. Die Stoßwelle fördert die Durchblutung und beschleunigt Heilungsprozesse.