Schulterschmerz: Was dahinterstecken kann

Verletzungen, Überlastung, Abnutzung – die Ursachen für Schulterschmerz sind vielfältig. Was viele nicht wissen: Auch Erkrankungen der inneren Organe oder Diabetes können Schulterschmerzen auslösen.

Nach Rücken- und Knieschmerzen sind Beschwerden an der Schulter der dritthäufigste Grund, warum Patienten einen Orthopäden aufsuchen. Meist sind Muskelverspannungen oder Überlastung – etwa durch Arbeit oder Sport – der Grund. Weitere häufige Ursachen sind:

Impingement: Das ist eine Einengung zwischen Schulterdach- und Oberarmknochen. Die Supraspinatussehne, die für das Heben des Oberarms eine Rolle spielt, wird dadurch eingeklemmt und in ihrer Bewegung behindert.

Kalkschulter: Durch Überbelastung bilden sich manchmal Verkalkungen an den Sehnenansätzen in der Schulter. Die Sehne wird dadurch gereizt und entzündet sich.

Omarthrose: Wie in jedem anderen Gelenk kann auch in der Schulter ein Knorpelverschleiß auftreten. Bei der Schulterarthrose ist der Knorpel zwischen Schulterblatt und Oberarmknochen betroffen. Die Abnutzung ist meist altersbedingt, wird aber durch besonders starke Belastungen des Schultergelenks beschleunigt.

„Innere“ Ursachen

Doch nicht immer rührt der Schmerz vom Schultergelenk selbst. Gewisse Erkrankungen begünstigen Schulterschmerzen. Dazu gehören Diabetes, Rheuma und Störungen der Schilddrüse. Menschen mit Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder einem hohen Cholesterinspiegel bekommen zum Beispiel häufiger als andere Menschen eine „frozen shoulder“ (= „eingefrorene Schulter“). Das bedeutet, dass das Schultergelenk in der Bewegung eingeschränkt ist. Typisch dafür ist, dass man den Ellbogen nicht mehr auf Schulterhöhe heben kann. Warum es diesen Zusammenhang zwischen Stoffwechselerkrankungen und Schulterschmerzen gibt, ist nicht bekannt. Man vermutet, dass Entzündungen oder schlechte Durchblutung der Gelenkkapsel der Grund sind.

Was tun gegen Schulterschmerz?

Bei den meisten Schulterbeschwerden helfen konservative Therapiemaßnahmen. Dazu gehören: Medikamente mit entzündungshemmender, schmerzstillender und abschwellender Wirkung, Physio- und Bewegungstherapie. Bei stärkeren Beschwerden können auch Infiltrationen ins Gelenk verabreicht werden.

Der Arzt kann das Gelenk von innen betrachten

Bei Impingement, Kalkschulter und Arthrose hilft oft eine Stoßwellentherapie.
Ist eine konservative Therapie erfolglos, wird als nächster Schritt oft eine Arthroskopie (= Gelenkspiegelung) vorgenommen. Dabei wird durch einen kleinen Schnitt eine Sonde ins Schultergelenk eingeführt. Der Arzt kann das Gelenk von innen betrachten und auch gleich kleinere Operationen durchführen, z. B. Verkalkungen entfernen oder Sehnenverletzungen beheben.

Die letzte Behandlungsmöglichkeit bei irreparablen Schulterschäden ist der künstliche Gelenkersatz (= Schulterendoprothese).