Sportverletzungen: Vorbeugen ist möglich

Sportliche Betätigung hat eine ganze Menge Vorteile für die Gesundheit und nur einen Nachteil: Sie führt manchmal zu Verletzungen. Am häufigsten sind Muskeln, Sehnen und Bänder betroffen.

Muskel-Krämpfe

Ein Mangel an Flüssigkeit oder Magnesium, aber auch zu enge Kleidung können dazu führen, dass sich ein Muskel beim Sport verkrampft. Am besten hilft dann vorsichtiges Dehnen. Wenn Muskel-Krämpfe immer wieder auftreten, sollten Sie einen Arzt kontaktieren.

Muskel-Zerrung und Muskel-Riss

Wird ein Muskel plötzlich über das normale Maß hinaus gedehnt, kann es zu einer Zerrung oder sogar zu einem Muskel-Einriss kommen. Beim Laufen kann das passieren, wenn man abrupt lossprintet, bremst oder die Richtung wechselt. Am Oberkörper können Muskeln durch plötzliche Dreh- und Schlagbewegungen überdehnt werden, besonders wenn sie nicht gut aufgewärmt sind. Aber auch eine zu lange Belastung ist ein Risikofaktor: Wenn man beim Sport zu wenige oder zu kurze Pausen einlegt, wird die Muskulatur ebenfalls nicht genügend durchblutet und Muskel-Fasern können reißen. Bei einer Muskel-Zerrung spürt man einen heftigen stechenden Schmerz und kann die betroffene Stelle nicht mehr so bewegen wie sonst. Ist der Muskel eingerissen, sieht man meistens auch eine Schwellung und einen Bluterguss. Der schmerzende Bereich sollte sofort mit kaltem Wasser oder Eis gekühlt werden: den Eisbeutel dabei aber nicht direkt auf die Haut legen, sondern ein Tuch dazwischen geben, damit die Haut nicht erfriert. Die Kühlung soll mindestens 30 Minuten dauern – den betroffenen Körperteil währenddessen hochlagern! Möglichst rasch muss auch ein Kompressionsverband angelegt werden, das heißt: Der verletzte Bereich soll zusammengedrückt werden, damit möglichst wenig Flüssigkeit ins umliegende Gewebe austritt. Aber Achtung: den Verband nicht zu fest wickeln, um die Blutzufuhr nicht abzusperren! Nach der Erstversorgung sollte ein Arzt die Verletzung begutachten und über die weitere Behandlung entscheiden.

Muskel-Verhärtung

Nach Überbelastung oder falscher Belastung kann es zu einer Muskel-Verhärtung kommen. Diese äußert sich in einem oder mehreren harten, schmerzenden Knoten. Mit Massagen, muskelentspannenden Bädern und Querdehnungen können diese Verhärtungen gut gelockert werden. Bis die Verhärtung gelöst ist, sollte man den Muskel schonen, damit es nicht zu weiteren Verletzungen kommt.

Auf regelmäßige Pausen und ausreichende
Flüssigkeitszufuhr während des Trainings achten

Bänder-Verletzungen

Wie Muskeln können auch Bänder überlastet und überdehnt werden. Das passiert meist bei raschen oder überraschenden Bewegungen. Wenn man zum Beispiel „mit dem Fuß umknickt“, werden die Bänder des Sprunggelenks überdehnt. Die Erste Hilfe besteht wie bei einer Muskel-Verletzung in Ruhigstellung, Kühlung, Kompression und Hochlagern. Dann sollten Sie die Verletzung von einem Arzt begutachten lassen, denn eventuell sind noch Bandagen oder sogar ein Gipsverband notwendig.

Sehnen-Verletzungen

Die häufigsten Sehnen-Verletzungen, die durch chronische Überbelastung entstehen, sind der Tennis- oder Golfer-Ellbogen (siehe Seite 8), das Kniescheibenspitzen- Syndrom (siehe Seite 5), der Fersensporn und die Achillessehnenreizung. Diese Verletzungen müssen meistens ärztlich behandelt werden. Für die Therapie gibt es verschiedenste Möglichkeiten, z.B. Massage, Salben, Stoßwellentherapie, Infiltrationen und, wenn nötig, auch Operation.