Therapie: Wie man den Knochen stärkt

Eine Verminderung der Knochendichte um nur 10% verdoppelt bereits das Risiko für Wirbelkörper-Frakturen und verdreifacht das Risiko für Schenkelhals-Brüche. Eine frühzeitige Behandlung des Knochenschwunds kann Brüche verhindern.

Ernährung

Der Knochen braucht vor allem Kalzium und Vitamin D. Besonders kalziumreiche Lebensmittel sind Milchprodukte, Spinat, Brokkoli, Mohn, Sesam, Haselnüsse, Bohnen und Mineralwässer mit einem hohen Kalzium-Gehalt. Das Kalzium-Tagebuch auf der Website www. kalziumrechner.at hilft Ihnen, Ihre tägliche Kalzium- Zufuhr zu berechnen und zu dokumentieren.

Kalziumreiche Lebensmittel sollten über den Tag verteilt konsumiert werden, damit der Darm Zeit für die Aufnahme hat. Vitamin C hilft ihm dabei. Ein Glas Orangensaft zum Käsebrot ist daher eine gute Kombination.

Vitamin D wird in der Haut durch Sonnenlicht gebildet und ist außerdem in Fisch, Eidotter und Pilzen enthalten. Allerdings kann man von diesen Nahrungsmitteln nicht genug essen, um den Vitamin-D-Bedarf zu decken. Vor allem in den Wintermonaten wird daher empfohlen, zusätzlich Vitamin D einzunehmen.

Nahrungsergänzung

Vitamin D: Eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin D ist vor allem in den Wintermonaten oder für Personen, die sich wenig im Freien aufhalten, wichtig. Vitamin D ist fettlöslich, das heißt, es sollte immer zusammen mit etwas Öl oder Fett eingenommen werden, damit es vom Darm aufgenommen werden kann. In Vitamin-D-Präparaten aus der Apotheke ist Fett meist schon enthalten. Weil Vitamin D auch überdosiert werden kann, sollten Sie die Einnahme immer mit Ihrem Arzt absprechen.

Kalzium: Wer mit der Nahrung nicht genug Kalzium (1000–1500mg täglich) aufnehmen kann, sollte nach Rücksprache mit dem Arzt ein Kalzium-Präparat einnehmen. Bei Osteoporose wird es meist zusammen mit Vitamin D verschrieben. Viele Patienten nehmen ihre Kalzium-Präparate nicht ein, weil sie davon Magen- und Darmbeschwerden bekommen. Das kann man vermeiden, indem man nicht gleich mit der vollen Dosis startet. Wenn Sie Ihr Kalzium-Präparat nicht vertragen, beginnen Sie mit einer kleineren Menge, um Ihren Darm daran zu gewöhnen. Steigern Sie die Menge dann schrittweise auf die Dosis, die Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat.

Osteoporose-Medikamente

Es gibt zwei Arten von Osteoporose- Medikamenten: Sogenannte antiresorptive Therapien hemmen den Abbau des Knochens, osteoanabole Medikamente fördern den Knochenaufbau.

Osteoporose-Medikamente können nur wirken, wenn genug Kalzium und Vitamin D vorhanden sind. Sie sollten also weiterhin Ihre Kalziumund Vitamin-D-Präparate einnehmen.

Belastung fördert die Knochendichte

Ausdauer-Training und Sportarten wie Radfahren, Wandern und Schwimmen stärken die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System und sind gut für die Gelenke. Aber der Knochen braucht mehr! Damit das Knochen- Gewebe zur Regeneration angeregt wird, muss es mit Druck und Gewicht belastet werden. Das bedeutet, dass zur Vorbeugung von Osteoporose zusätzlich ein gezieltes Kraft-Training empfehlenswert ist. Am einfachsten kann dies mit Gewichten an Trainingsgeräten erreicht werden. Wer bereits Osteoporose hat, sollte ein Kraft- Training jedoch nur unter medizinischer Aufsicht durchführen, damit es nicht etwa zu Stürzen und Knochen- Einbrüchen durch das Training kommt!

Auch Springen, Tanzen und Bergab-Gehen üben Druck auf den Knochen aus, regen seinen Stoffwechsel an und können so helfen, einer Osteoporose vorzubeugen. Wegen der Sturzgefahr sind diese Bewegungsübungen aber nur dann ratsam, wenn Sie noch keine verminderte Knochendichte haben.

Um die Sturzgefahr zu verringern, wird älteren Menschen auch ein Gleichgewichtstraining empfohlen.